Mexica

Vor und zurück tanzen die Mexica im Gleichschritt, nach rechts und nach links, Blüten tanzend, mit sonderbar hüpfenden Drehsprüngen und Verbeugungen, die Federn wippen im Takt, die schwitzenden Leiber glitzern in der immer höher steigenden Sonne.

Einst waren die Kirchhöfe mit ihren Arkaden offene Kapellen: Die Mexikaner wurden unter freiem Himmel bekehrt, so wie sie ihre Götter unter freiem Himmel verehrt hatten. Hier tanzten sie für den neuen Gott und seine Heiligen, so wie sie für ihre alten Götter getanzt hatten. Die Inquisition ging schließlich gegen die Tänze vor, die Bräuche verloren sich und überdauerten nur in wenigen Nischen und Ritzen. Dort entdeckten sie gegen Ende des 20. Jahrhunderts die neuen Azteken und begannen eine neue Bewegung — so kommt es, dass auf dem Dorffest von Malinalco heute wieder Mexica zu Ehren einer alten und neuen Gottheit tanzen.