El otro lado

Im Norden Mexikos gehört die Arbeitsmigration in die USA schon lange zur Kultur. Wie der Journalist und Schriftsteller Fernando Benítez in den 1950ern schrieb:

Wanderer

Wenn im reichen Westen über Migration gesprochen wird — und in Deutschland ist sie ja gerade Dauerthema —, dann aus Sicht der Zielländer. Aber natürlich hat sie auch riesige Auswirkungen auf die Herkunftsländer. Wie in Malinalco.

So schmeckt Malinalco

In Deutschland bedeutet »mexikanische Küche« vor allem überbackene Enchiladas. Kaum jemand käme auf den Gedanken, dass das Gericht, das sich in diesem Alupäckchen verbirgt, eines der (vielen) Leib- und Magengerichte der Mexikaner sein könnte. Dabei kommt rund um Mexiko kein Ausflugsort ohne dieses Gericht aus. (Ein Textbruchstück, das es nicht ins Buch geschafft hat.)

Handwerk

In Malinalco wird ein Handwerk gepflegt, das es in Mexiko wohl seit Jahrtausenden gibt: die Weberei mit dem telar de cintura, dem „Hüftwebstuhl“.

Gewitternacht

Nach einer Woche kann ich eine Typologie des Donners aufstellen. Die einen rollen hoch in der Luft über die Felsen hinweg. Andere krachen zwischen den Felswänden hin und her wie riesige Steinkugeln.

Exil

  Sie kamen in das Tal von Malinalco. Es war tief wie ein Riesenbecher, angefüllt mit Fruchtbarkeit und Duft.

Y más flores

Der mexikanische Dichter und Nobelpreisträger Octavio Paz behauptete, die Blumen gehörten zu den großen Lastern der Mexikaner.

El tigre

Ein Buch mit dem Untertitel „Reise in ein magisches Land“ verdient auch ein magisches Cover. Und das hat es mit dem Titelbild auf sich.

Wahltag

In Mexiko gehöre Wahlbetrug schon zur Folklore, hört man oft. Ich habe mich immer gefragt, wie das funktioniert, und in Malinalco viel gelernt.

Mit allen Sinnen

Neben dem Tor bindet eine junge Frau, ihr Baby in einem Tuch auf dem Rücken, die letzten Callas zusammen und schleppt sie die Gasse hinunter.

Warum Malinalco?

Hin und wieder werde ich gefragt: Warum Malinalco? Was macht dieses Dorf so interessant, dass man ein ganzes Buch darüber lesen soll? Darauf habe ich zwei Antworten.

Recht und Gerechtigkeit?

Im Süden von Malinalco liegt die Hacienda Jalmolonga, die Jahrhunderte lang die Bauern von Malinalco ausbeutete und ihnen das Land raubte. Heute ist sie einmal mehr Symbol der Ungleichheit und Ungerechtigkeit in Mexiko.

Land und Freiheit!

Malinalco ist eine bedrohte Kultur und eine Kultur im Widerstand — wie eigentlich alle ländlichen und indigenen Kulturen Mexikos. Auch darum geht es in meinem Buch In Mexiko.

Tanz!

Dazwischen marschieren Blaskapellen mit blitzenden Tubas und Trompeten, und die Chinelos, die über das Pflaster hopsen wie Tanzkreisel und in ihren bunten Samtkostümen, Topfhüten und Spitzbärten aussehen wie die Heiligen Drei Könige aus dem Puppentheater.

Mexica

Vor und zurück tanzen die Mexica im Gleichschritt, nach rechts und nach links, Blüten tanzend, mit sonderbar hüpfenden Drehsprüngen und Verbeugungen, die Federn wippen im Takt, die schwitzenden Leiber glitzern in der immer höher steigenden Sonne.

Die Seele von Malinalco

Nirgends versteht man Mexiko besser als auf dem Dorf, und nirgends versteht man das Dorf besser als auf der Fiesta — der Seele des Dorfs.

Willkommen in Mexiko

  Ich atme tief ein. Zärtlich warm und feucht streichelt die Luft durch meine Lungen. Zum ersten Mal spüre ich, dass wir in den Tropen sind – im warmen, weichen, wuchernden, wimmelnden, wohlwollenden, wohltuenden Mexiko.